Die traurige Wahrheit: Anteil von Android O liegt bei 0,3% – Darum sind Android Updates so wichtig

Wenn man sich die Android Updateverteilung anschaut, ist das sicherheitstechnisch eine Katastrophe. Wer daran alles Schuld ist und was man dagegen machen kann, werde ich hier in diesem Artikel erklären.

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Wenn wir uns eine neue Statistik der Marktverteilung von Android-Versionen anschauen, können wir eines feststellen: Die Versionen 5.0 bis 5.1 (Lollipop) haben noch einen Anteil von knapp unter 28%. Android Lollipop kam vor knapp drei Jahren auf den Markt, die ersten OTA-Updates waren am 12. November 2014 verfügbar.

Android Marshmallow und Nougat liegen zusammen knapp über den 50%. Aber das Traurigste dürfte wohl sein, dass Android 8 einen Anteil von nur 0,3% hat. Seit Ende August verteilt Google die Updates an Nexus und Pixel Geräte, weitere Hersteller lassen sich Zeit (manchmal auch die Provider durch die Qualitätssicherung: Ist diese nicht bestanden, wird eine Nachbesserung vom Hersteller gefordert, die manchmal nicht realisiert wird). Langsam kommen auch Updates für die Geräte anderer Hersteller, aber viele Smartphones werden noch warten müssen (evtl. ist schon eine Beta verfügbar), andere werden das Update gar nie erhalten. Zuletzt gibt es aber immer noch eine Hoffnung – Custom Roms. Ich werde jetzt einmal beantworten, warum Android Updates so wichtig sind.

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Der erste Punkt, an den viele Nutzer bei Updates denken, sind die neuen Funktionen. Oftmals sind dies kleinere Änderungen, die einem das Leben einfacher machen sollen. Allerdings kommt es manchmal auch zu größeren Änderungen, wie beispielsweise Design-Updates. Eine große Design-Änderung konnte man allerdings erst einmal in der Android Geschichte erkennen, damals zur Einführung des populären Material Design. Die Funktionsänderungen sind zwar oft nicht wichtig, allerdings sehr hilfreich.

Aber ein weiterer wichtige Faktor, der gerne von vielen Nutzern vergessen wird, ist die verbesserte Sicherheit, die durch ein Update gewährleistet wird. Immerhin liefern viele Hersteller, wenn auch verspätet, noch ältere Sicherheitsupdates aus. Der Sicherheitspatch wird von Google immer am Anfang des Monats veröffentlicht*. Unter dem Link findet ihr immer eine Übersicht der letzen Sicherheitsupdates. Optimal wäre es also, wenn ihr beim “Android security patch level” den 5. November stehen habt. Aber ich gehe einmal davon aus, dass die wenigsten Nutzer hier das Sicherheitspatchebene vom Anfang des Monats haben.

Fangen wir mit einem wichtigen Unternehmen an, das dürfte wohl der Tochterkonzern der Alphabet Inc. sein. Selbst Hiroshi Lockheimer, SVP (Senior Vice President) von Android, findet das frustrierend. Das sieht man auch an den Bemühungen von Google, die allerdings mehr oder weniger erfolgreich waren. Zu Beginn von Android O hat man das sogenannte “Project Treble” eingeführt. Das Ziel ist es, die Low-Level-Software-Implementierung von dem Android-Framework zu separieren. Das verbessert die Situation jedoch auch nur minimal.

Und genau aus diesem Grund empfinde ich auch den Trend zu immer teureren Smartphones mit verbesserter Hardware kritisch, wenn man seine Software Updates nur für zwei Jahre erhält. Dann kann ich mir gleich ein günstiges Smartphone kaufen. Aber wenn ich Ende des Jahres mein Nexus 5X ersetzen muss, dann weiß ich auch noch nicht, welches Smartphone mein nächstes wird. Leider gibt es fast keine Smartphone-Hersteller mehr, die regelmäßig Updates liefern. Die Pixel-Geräte sind mir ein wenig zu teuer, also wird es wohl ein Smartphone mit LineageOS zu Beginn.
Generell sollte man sagen, dass einige Hersteller trotzdem noch mehr Wert auf Updates legen. Motorola konnte ich früher immer empfehlen, leider hat die Updateschnelligkeit seit der Übernahme durch Lenovo ein wenig abgenommen, trotzdem ist diese noch sehr gut. Wenn man sich Samsung früher angeschaut hat, hat man teilweise ein Jahr auf eine Aktualisierung gewartet. Das ist zwar bei den Topmodellen besser geworden, aber eben auch nur bei den Spitzenmodellen und bei diesen auch nur für zwei Jahre.

Zusammenfassend kann man von einem Versagen der Verbraucher / der Gesellschaft (denen Updates wichtiger sein könnte), dem Hersteller und Provider (der Updates schneller ausliefern bzw. genehmigen könnten) und Google selber (die weitreichendere Maßnahmen durchführen könnten, auch wenn Sie auf dem richtigen Weg sind). – Android bleibt eine Katastrophe in Sachen Updates.

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