Alles beginnt mit der Kontoeröffnung. Schnell soll diese gehen, laut Website in 8 Minuten. Die Wirklichkeit: Stundenlange Warteschlagen und Abstürze der App: N26 setzt auf eine Videoidentifizierung mit IDNow. Ich hatte noch weitreicherende Probleme festgestellt: Mein Konto war nach ein paar Abstürzen freigeschaltet, obwohl ich das VideoIdent nicht vollständig durchgeführt habe. Erwünschenswert wäre aus Datenschutzgründen auch PostIdent, wird allerdings nicht angeboten.

Wenn man die Kontoeröffnung geschafft hat, hat man eine App, die grundsätzlich relativ gut funktioniert. Von einer Bank erwartet man allerdings nicht nur eine gute UI/UX, sondern auch Sicherheit. Dabei ist N26 im Jahre 2016 erstmals in den Schlagzeilen gewesen – mit massiven Sicherheitsproblemen. Auf der 33. Konferenz des Chaos-Computer-Clubs wurde dies sehr gut erläutert (YouTube*). Die Probleme wurden zwar alle gelöst, aber trotzdem zeigt es, dass N26 offensichtlich nicht viel Wert auf Sicherheit und Datenschutz legt. Ein neustes Beispiel ist die App Vivy (vom ehemaligen CTO von N26), die auch massive Datenschutz- und Sicherheitsprobleme hat / hatte.

Auch in Hinblick auf Datenschutz ist sehr interessant, dass N26 sehr gerne externe Dienstleister einsetzt, statt eigene Funktionen zu entwickeln (Transferwise, Barzahlen). Dabei sollte man auch bedenken, dass N26 Daten an die Schufa übermittelt, auch wenn man kein Dispo beantragt. Grundsätzlich macht das fast jede Bank, aber trotzdem wollte ich darauf kurz hinweisen.

Anzeige

Und dann sind da auch noch die häufigen und unverständlichen Kontosperrungen, die N26 durchführt, weshalb man N26 niemals als Hauptkonto verwenden sollte. Auf Twitter liest man häufig davon (Twitter*). Am eigenen Leib erlebt hat dies außerdem auch Fabian von Cryptolic. Er erhielt die gleiche Mail und versuchte daraufhin das Konto telefonisch zu entsperren, wegen Überlastung jedoch erfolglos. Am nächsten Tag kam plötzlich ein Anruf von N26 und ein freundlicher und kompetenter Mitarbeiter sprach mit ihm. Dieser wollte zur Verifizierung unter anderem die “Token” (aufgedruckte “Kundennummer” auf der Mastercard) haben und empfahl das Konto zu schließen und neu zu eröffnen, da es aufgrund von Zugriffen seitens multipler IPs kompromittiert sei. Fabian versicherte, dass er das Passwort ändern würde und wies auf dein Einsatz der Multibanksoftware Banking4 hin, woraufhin der Mitarbeiter das Konto wieder freigab. Trotzdem war die Situation unangenehm, da nicht nur die Karten gesperrt wurden, sondern auch die IBAN (sowohl für Lastschriften als auch Gutschriften).

Auch bei der Bafin ist N26 auch negativ bekannt. Für ausländische Kunden wird nämlich das in Deutschland nicht zulässige FotoIdent-Verfahren eingesetzt (Dies kommt auch bei anderen Startups wie Revolut und bunq zum Einsatz). Das führt dazu, dass sehr viele Konten unauthorisiert eröffnet wurden und massiv für Betrug genutzt werden. (Wirtschaftswoche*)

Dazu kommt, dass N26 plötzlich den telefonischen Support in der kostenlosen Version eingestellt hat. Im Impressum* ist keine Telefonnummer mehr zu finden. Bei N26 bedeutet das: Fast kein kein Support mehr. Der Live-Chat verweist meistens nur darauf, dass man doch eine E-Mail schreiben soll und E-Mails werden teilweise nicht beantwortet. Eine Bank, die nicht erreichbar ist, sehe ich sehr kritisch.

Andere Kunden können diese Probleme bei N26 bestätigen. Wenn man sich die neusten Kundenbewertungen anschaut, findet man auch viele negative Bewertungen (Stand 01/2019) Diese kann man sich gerne durchlesen (Trustpilot*).

N26 hat Vor- und Nachteile. Dieser Artikel ist im speziellen nur auf die Nachteile eingegangen. Ich selbst habe ein Konto bei N26, kann dieses allerdings nicht weiterempfehlen.

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here