Sicherheit auf Reisen – das VPN

Privatsphäre, Datensicherheit und Freiheit sind für viele Menschen unverzichtbar, doch wie lässt sich dies auf Reisen gewährleisten? Wir erklären es in diesem Artikel.

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Reist man ein wenig um die Welt, bemerkt man schnell, dass Zensur in anderen Ländern durchaus noch vorhanden. Ich rede hier nicht nur von der “Great Firewall of China”, sondern auch auf Social-Media Sperren, welche z.B. die Türkei umsetzt. Doch nicht nur diese traurigen Versuche, Demokratie zu unterdrücken sind uns ein Übel: “Geoblocking” heißt eine Technik der Unterhaltungsindustrie, um den Zugang zu Filmen, Serien und Musik auf einen geographischen Raum oder ein Land zu beschränken, damit der Profit erhöht werden kann.

Zensur im Internet (CC-BY-ND: statista)

Daneben gibt es noch das leidige Thema Privatsphäre: Spätestens seit dem NSA-Skandal ist fast jedem bekannt, dass unsere Grundrechte mit den Füßen getreten werden, als Entschuldigung wird die “Terrorabwehr” genannt. Doch auch das Abrufen von E-Mails in unverschlüsselten bzw. unsicheren (W)LAN-Netzwerken kann eine Gefahr für die eigenen Daten darstellen.

Wenn wir uns diese Fakten vor die Augen halten, ist klar warum wir mehr Sicherheit für unsere Internetverbindung benötigen. Eine Möglichkeit dafür ist, neben SSL-Verschlüsselten Webseiten, auch die Nutzung eines VPN (“Virtual Private Network”, deutsch: “Virtuelles privates Netzwerk”). Dabei wird der komplette Internet-Traffic bevor dieser das Gerät verlässt sicher verschlüsselt und an einen “vertrauenswürdigen” Server im Internet gesendet. Dieser wiederum kann die Daten entschlüsseln und leitet sie im Namen des ursprünglichen Nutzer an den angefragten Dienst weiter. Dadurch wird es sowohl für den Anbieter des Internetzugangs als auch Geheimdiensten unmöglich, den Nutzer direkt zu identifizieren. (Hinweis: Dies ist nur nicht möglich, sollte es sich um einen vertrauenswürdigen VPN-Anbieter aus einem Drittland ohne Datenlogging handeln. Möchte man eine sehr hohe Sicherheit haben, sollte man mehrere verschiedene Dienste hintereinander schalten (“Kaskade”), welches jedoch in geringen Datenraten resultiert.) Nicht vergessen werden sollte auch das kostenfreie Netzwerk “Tor”, welches ähnliches allerdings durch ein P2P-Prinzip ermöglicht.

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Es gibt verschiedene Varianten um diesen Schutz auf seinen Geräten anzuwenden. Die einfachste dürfte es wohl sein, sich einfach die App oder das Programm des gewünschten Providers herunterzuladen. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, z.B. diesen VPN in Form eines “Travel-Router” komfortabler zu nutzen.

Ein weitere Problematik ist, das insbesondere nichtdemokratische Staaten nicht nur die oben genannten Sperrung von Webseiten, sondern auch die Blockierung bzw. der Verbot solcher Umgehungslösungen: Es ist daher möglich, durch eine DPI-Firewall (Deep Package Inspection) Datenpakete zu erkennen, die verschlüsselt sind und diese gezielt zu sperren. Außerdem ist es in einigen Ländern dieser Welt illegal, alleine eine solche Verschlüsselungstechnik zu besitzen, gar zu nutzen und teilweise mit hohen Strafen belegt. Auch ist es teilweise in den AGB von Streamingdiensten wie Netflix verboten, eine solche Technik einzusetzen.

Deshalb Informiert euch bitte vor eurer Reise, ob ihr diese Schutzmaßnahme überhaupt nutzen dürft und wenn ja, bitte sucht euch einen vertrauenswürdigen und zuverlässigen Anbieter!

Tipp: Es ist übrigens möglich, einen eigenen VPN zu dir nach Hause zu erstellen, z.B. mit einer FritzBox. Beachten solltest du dabei allerdings, dass die oben genannte Anonymität erst durch die große Nutzeranzahl kommt, und du daher identifiziert werden könntest. Jedoch bietet dies die Vorteile, das du sowohl z.B. auf deinen NAS zuzugreifen, als auch dass Streamingdienste diese Art von VPN selten erkennen.

Dazu folgt bald auch eine Anleitung: Stay tuned!

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