Sind Billigflugairlines unsicher?

Ryanair, Easyjet & Eurowings - Einsparungen in der Sicherheit wird diesen vorgeworfen. Diesem Vorwurf werde ich in diesem Artikel auf den Grund gehen.

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Ryanair, Easyjet und Eurowings – der Markt der Billigflugairlines boomt. Vor allem nach der Pleite von AirBerlin steigen viele Menschen auf Billigfluglinien um, der Marktanteil steigt stetig. Vor allem Eurowings dominiert nun mit fast über 50% des Marktanteils der Billigfluggesellschaften.

Da stellt sich natürlich die Frage, an welchen Stellen die Fluggesellschaften sparen. Die Gefahr besteht natürlich, dass an der Sicherheit gespart wird. Und ja, das wird es auch. Wie unsicher die Fluglinien sind, werde ich hier ausführlich behandeln. Danach soll dann jeder entscheiden, ob er lieber das 1€ Ticket mit Ryanair oder das 60€ Ticket mit der Lufthansa bucht.

Ein wichtiger Punkt ist die Betankung von Flugzeugen. Es ist kostensparend, möglichst wenig Kerosin zu tanken. Denn dann ist das Flugzeug leichter und man kann mehr Passagiere und mehr Fracht befördern. Beim Betanken an sich gibt es viele Sicherheitsvorschriften, an die sich auch die Billigfluglinien halten müssen. Beim fueling und defueling dürfen die Triebwerke nicht laufen, bei kleineren Flugzeugen dürfen sich zudem keine Passagiere an Bord befinden. Allerdings können die Piloten bei der Menge des zu betankenden Kerosins variieren. Es gibt zwar weltweite Vorschriften zur Betankung, allerdings bleibt es dem Piloten frei, mehr als nötig zu tanken. Bei renommierten Airlines passiert das häufig, vor allem bei schlechten Wetterbedingungen am Zielort, um Warteschlangen fliegen zu können. So mussten am 26. Juli drei Flugzeuge von Ryanair in der spanischen Stadt Valencia notlanden. Aufgrund des Gewitters hatte man zu wenig Kerosin, um weiter in der Luft zu verweilen. Durch die Meldung “Mayday” im Funkverkehr mussten andere Flieger, die schon länger in der Warteschlange flogen, die Boeing B737 durch Sonderrechte sofort landen lassen.

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Und auch bei meinem nächsten Sicherheitsproblem war primär Ryanair in den Schlagzeilen. Ryanair spart dadurch Geld, dass viele “Mitarbeiter” freiberuflich angestellt sind. In diesem Fall müssen sich die Arbeitnehmer dann selber um alle Sozialversicherungsbeiträge und die Versteuerung kümmern. Aber die wohl größte Beeinträchtigung ist, dass Ryanair Piloten nach Arbeitszeit bezahlt und somit keine Vergütung im Krankheitsfall auszahlt. – Auf gut deutsch: Es gibt Fälle, in denen Ryanair Piloten krank arbeitet. Sowohl die Konzentrations- als auch die Leistungsfähigkeit sind dadurch eingeschränkt. Dieses Verhalten kann zu fatalen Folgen kommen. Immerhin hat Ryanair nach den diversen Flugausfällen aufgrund von Personalmangels bessere Arbeitsbedingungen versprochen – Ob dies allerdings umgesetzt wird, wird man abwarten müssen.

Allerdings beziehen sich meine Argumente auf sehr viele Einzelfälle, kosten sparen die Billigfluglinien durch ein sehr gutes Management und eine optimale interne Struktur – das fängt dabei an, dass man meistens auf nur ein Flugzeugtyp setzt – bei Ryanair sind es 407 Boeing 737-800. Gerade dadurch kann man eine gute Sicherheit ermöglichen. Im Notfall sind die Flugbegleiter und Piloten perfekt mit dem Flugzeug vertraut und können dementsprechend sehr erfahren reagieren.

Die Wahl der Flughäfen kann man zwar nicht pauschal als Sicherheitsrisko sehen, trotzdem wählen viele Airlines kostengünstige Flughäfen. An diesen sind die Landbahnen oft kürzer als an anderen Flüghäfen. Dieses Argument kann man jedoch größtenteils vernachlässigen, da die Landebahnen eine gesetzliche Mindestlänge haben, bei der schon ein Spielraum eingeplant ist.

Kleiner Tipp: Wenn man vor seinen Flug prüfen möchte, ob die Maschine schon Unfälle oder Probleme hatte, kann man einfach Aviation Herald* nutzen. Ein weiterer Artikel dazu folgt demnächst noch.

Zusammenfassend kann man sagen, dass durch den Preisdruck der Billigfluglinien auch an der Sicherheit gespart wird. Allerdings kann man, meiner Meinung, diese Sicherheitsrisiken aufgrund der niedrigen Wahrscheinlichkeit vernachlässigen. Zudem sind teuere Fluggesellschaften oft auch nicht besser. Am Ende bleibt es eine moralische Frage, mit welcher Airline man fliegen möchte. Was man aber festhalten kann: Die Arbeitskonditionen bei Billigfluglinien sind schlechter.

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